Der Orden der Templer (Pauperes commilitones Christi templique Salomonici) war der erste Orden seiner Art. In ihm verbanden sich das Rittertum und das Mönchstum. Über die ersten Jahre ist wenig bekannt, da es keine Unterlagen gibt, bzw das Templerarchiv mit den Dokumenten aus den Anfängen irgendwann in den wirren der Kreuzzüge verloren ging.
Gegründet wurde der Orden nach dem ersten Kreuzzug in Jerusalem. Ein paar französische Ritter, man geht von neun Rittern aus, unter Ihnen waren Hugo von Payns und Gottfried von Saint-Omer, begannen um 1118 ein religiös geprägtes Leben zu führen. Es wird angenommen, dass ein Überfall auf eine Pilgergruppe 1119 diese frommen französischen Ritter, dazu bewog, sich dem Schutz der Pilger zu verschreiben. Die Gruppe wandte sich im Januar 1120 an das Konzil von Nablus und bekam dadurch eine erste kirchliche Anerkennung und von König Balduin einen Teil seines Palastes, der Al-Aqsa Moschee, von welcher die Franken (so wurden die Kreuzfahrer im Heiligen Land genannt) ausgingen, dass hier einst der berühmte antike Tempel des Salomon stand. So wurde die Gruppe auch bald „Orden des Tempels“ genannt und deren Mitglieder dementsprechend Templer.

Kopf eines Tempelritters, Engalnd 13. Jhd, Deutsches Historische Museum Berlin
 
  Es gibt bereits 1125 eine frühe urkundliche Erwähnung, welche die Ritter des Tempels erwähnt, die hervorragend für den Schutz der Pilger sorgten. Erst auf der Synode von Troyes im Jahre 1128 wurden die ersten 71 Regeln nach heftigen Diskussionen festgesetzt. Da viele kirchliche Vertreter anwesend waren gab es bei den Regeln Probleme, da es bisher nie eine Verbindung zwischen dem weltlichen Rittertum und dem Klerus gab. Ein anwesender päpstlicher Beauftragter gab dem Orden hier auch seine päpstliche Anerkennung. Am 29. März 1139 wurde der Orden vom Papst mit weitreichenden Privilegien ausgestattet. Mit weiteren Privilegien, unter anderem durften die Templer nun selber Steuern erheben und Kirchen bauen, in den nächsten Jahren ausgestattet, begann nun der steile Aufstieg des Ordens. Im Laufe der Jahre sammelte er Ländereien und Besitztümer an, welche Ihn zu einem mächtigen Orden werden ließen.

 

Nachdem im Jahre 1291 Akkon als letze Festung im „Heiligen Land“ fiel, hatten die Templer große Ländereinen, vorallem in Frankreich. Auch wenn die Mitglieder in Armut lebten, so war der Orden selber sehr reich. Dieser Reichtum sorgte dafür, dass Phillip der Schöne von Frankreich im Jahre 1307 die Templer verhaften ließ und sie der Inquisition überstellte. 1312 wurde der Orden durch Papst Clemens aufgelöst und 1314 wurde der Letze Großmeister Jaques de Molay in Paris öffentlich als Ketzer verbrannt.
Mit der Auflösung des Ordens ging der Besitz der Templer an die Hospitaliter (heute noch bekannt unter dem Namen Johanniter und Malteser) über. In den anderen Gebieten außerhalb Frankreich wurden das Personal und die Ritter entweder aufgenommen oder bekamen eine „Rente“. Die Verfolgung die zur Zerschlagung des Templerordens führte war vorwiegend in Frankreich und in den LOändern, welche durch Heirat an Frankreich gebunden waren. In den restlichen Europäischen Gebieten wurden die Templer weniger verfolgt oder oft sogar von den Anschuldigungen freigesprochen.

In Portugal entstand einige Jahre nach der Templerverfolgung und der Verbrennung  Jaques de Molays aus den dortigen Templern der portugisische Christusorden. Dieser Vorgang begann bereits im Jahr 1307, als die Verfolgung in Frankreich begann.

 
Französische Buchmalerei u, 1400, gefunden auf Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon (http://www.heiligenlexikon.de/Orden/Templer.htm)




Quellen:

Barber, Malcolm (2010); Die Templer - Geschichte und Mythos; Albatros-Verlag, Mannheim

Sarnowsky, Jürgen (2009); Die Templer; C.H. Beck oHG, München

Nicholson, Helen (2004); Knight Templar 1120-1312; Osprey Publishing Ltd, Oxford